 |  |  | |  | Liebe Leserinnen, liebe Leser,die Digitalisierung und Globalisierung der Medien bringt es mit sich, dass weltweit abrufbare Darstellungen von Leid, Gewalt und Tod die Bildlabore des Netzes fluten, ohne mit den wirksamen Möglichkeiten der Kontextualisierung und Kommentierung für eine moralische Grundierung zu sorgen. Und erstaunlich viele Nutzerinnen und Nutzer schauen lustvoll hin, wenn im World Wide Web das humane Genom der Gesellschaft attackiert wird. Es ist kaum abzuschätzen, was diese Bilder, die oftmals auch für Erwachsene kaum zu ertragen sind, speziell in den Köpfen und Herzen der Kinder zur Folge haben können. Rigoroses Vorgehen der Medienaufsicht bleibt dort unverzichtbar. Dort, wo Menschenwürde und konkreter Opferschutz tangiert sind, stehen Rechtsverfolgung und Sanktionierung nicht zur Disposition. Ein besonderes Augenmerk bedürfen in der heutigen Medienwelt indes nicht allein die Rezipientinnen und Rezipienten, sondern auch diejenigen, deren Schicksal unfreiwillig Teil der Berichterstattung wird: Opfer von Straftaten oder Unglücksfällen. Und auch bei deren Angehörigen besteht ein erhebliches Schutzbedürfnis, das nicht dem Streben nach vielen Aufrufen im Internet und maximaler Aufmerksamkeit im Fernsehen geopfert werden darf. Wie es darum aktuell bestellt ist und welche Bedeutung hierbei der Medienkompetenz zukommt, dazu konnte ich mich kürzlich mit der Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Opfer von schweren Gewalttaten und Terroranschlägen, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, austauschen – mehr dazu in dieser Ausgabe. Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Prof. Dr. Murad Erdemir Direktor |
| |  |
 |  |  | |   | |
Prof. Dr. Murad Erdemir, Staatsministerin Heike Hofmann, Peter Holnick | © Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
|
| Gemeinsame Ansätze für Jugendmedienschutz und MedienbildungAm 20. März haben sich der Direktor der Medienanstalt Hessen, Prof. Dr. Murad Erdemir, die Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann und der Geschäftsführer des Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V., Peter Holnick, über verschiedene Themen des Jugendmedienschutzes und der Medienpädagogik in Wiesbaden ausgetauscht. Insbesondere wurde die aktuelle Diskussion zu einer Altersbegrenzung für den Zugang von Social-Media-Anwendungen angesprochen. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass Altersbegrenzungen für Kinder als erforderlich angesehen werden. Zugleich müssten aber alternative Möglichkeiten des Erlernens von Medienkompetenz für diese Altersgruppe verstärkt bereitgestellt werden. Frau Ministerin Hofmann informierte auch darüber, dass Hessen als Vorsitzland der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) einen Leitantrag zum Thema „Kompetenzen in einer digitalen Welt – Kompetenzen für Demokratie und Zukunft“ vorlegen werde. Zudem werde sich die JFMK auch zur Social-Media-Debatte positionieren. Thema des Gesprächs waren darüber hinaus weitere Kooperationsmöglichkeiten zur Stärkung der Medienkompetenz von Eltern, Kindern und Jugendlichen. |
| |  |
 |  |  | |   | |
Prof. Dr. Murad Erdemir, Claus Grewenig, Sebastian Kocks | © Medienanstalt Hessen
|
| RTL Deutschland zu Besuch bei der Medienanstalt HessenAm 20. April kamen Claus Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland sowie Vorstandsvorsitzender des VAUNET, und Sebastian Kocks, LL.M., Ressortleiter Medienrecht von RTL Deutschland, mit Prof. Dr. Murad Erdemir, Direktor der Medienanstalt Hessen, zu einem medienpolitischen Austausch in Kassel zusammen. Gegenstand des Gespräches war u.a. die Bedeutung regionaler Berichterstattung vor Ort durch RTL Hessen sowie die Anpassung der Regulierung an die neue Plattformrealität im Rahmen der aktuellen Überlegungen der Länder zum Digitalen Medienstaatsvertrag. In diesem Zusammengang wurde auch die Fortentwicklung des Public Value-Konzepts angesprochen, die in der vergangenen Woche im Rahmen der Veranstaltung „DLM im Dialog“ in Berlin vorgestellt wurde. Angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Voraussetzungen plädiert RTL im Rahmen der Werberegulierung dafür, dass die Länder schnellstmöglich überschießende regulatorische Anforderungen zurückfahren, die über die Standards der AVMD-Richtlinie hinausgehen (Werbezeitenregelungen, Unterbrecherwerbung bei Kindersendungen etc.). Der gegenseitige Austausch erstreckte sich nicht zuletzt auf aktuelle Themen des Jugendmedienschutzes sowie eine differenzierte Lösung im Bereich des altersgerechten Zugangs zur Nutzung sozialer Medien. Das Gespräch unterstreicht den konstruktiven Dialog zwischen Medienwirtschaft und Regulierung zur Gestaltung zukunftsfähiger Rahmenbedingungen für eine vielfältige und verantwortungsvolle Medienlandschaft. Ein Gegenbesuch bei RTL Deutschland in Köln ist für den Sommer in Aussicht genommen. |
| |  |
 |  |  | |
Medienbildung
|  |
|   | |
Sarah Gumz (Medienanstalt Hessen), Manuela Bleifuß (FFH MEDIENGRUPPE), Helin Tumay (Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V.) | © HIT RADIO FFH
|
| Hessische Jugendliche stärken ihre Medienkompetenz im FFH-MediencampRund 50 Jugendliche aus Hessen konnten in den Osterferien beim achten FFH-Mediencamp praxisnah Medien erleben. In Workshops zu Radio, Podcasts, Social Media, Filmproduktion, Design und Marketing gründeten sie eine fiktive Musikproduktionsfirma, arbeiteten im Team und setzten ihr neues Wissen direkt um. Am Abschlusstag präsentierten sie ihre Ergebnisse: kreative Produktionen und verantwortungsbewusste Medienarbeit. Das Mediencamp, das gemeinsam von HIT RADIO FFH, der Medienanstalt Hessen und dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V. veranstaltet wird, vermittelt medienpraktische Fähigkeiten und stärkt zugleich das kritische Bewusstsein für digitale Inhalte. weiterlesen |  |   | |
© Medienanstalt Hessen
|
| „News Caching“ feiert 500. Durchführung in HessenSeit 16 Jahren vermittelt das Projekt „News Caching – Zwischen Fakten, Fakes und Filterblasen“ der Medienanstalt Hessen an Schulen im gesamten Bundesland, wie Jugendliche Fakten von Desinformation unterscheiden können. Kürzlich wurde in einer 9. Klasse der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf der 500. Projektdurchlauf erfolgreich abgeschlossen – ein Meilenstein für die medienpädagogische Arbeit in Hessen. Im Projekt nehmen die Schülerinnen und Schüler die Rolle von Journalistinnen und Journalisten ein, recherchieren eigenständig und veröffentlichen ihre Artikel auf einer Website. Das Angebot zielt darauf ab, die Medien- bzw. Informationskompetenz von Jugendlichen zu stärken und sie für die Herausforderungen der digitalen Nachrichtenwelt zu sensibilisieren. weiterlesen |  |   | |
© Landesstiftung „Miteinander in Hessen“
|
| Medienanstalt Hessen unterstützt Di@-Lotsen-ProjektDas Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ bildet Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus, die ältere Menschen beim Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. unterstützen. Die Medienanstalt Hessen begleitet das Projekt, das von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ koordiniert wird, fortan als Kooperationspartnerin und erweitert das Schulungsangebot durch ein Fachportal: Neben den themenbezogenen Einheiten der Basisschulung können sich Engagierte hier zu weiteren medienpädagogischen Inhalten fortbilden. Über 600 Di@-Lotsinnen und -Lotsen sind bereits in Hessen aktiv. Mit dem erweiterten Angebot sollen noch mehr Seniorinnen und Senioren im Umgang mit Medien Unterstützung erhalten. weiterlesen |  |   | |
© JUUUPORT e.V.
|
| JUUUPORT erneut ausgezeichnetDas bundesweite Beratungs- und Aufklärungsangebot www.juuuport.de wurde mit dem Kinder-Online-Preis 2026 ausgezeichnet. Der Preis würdigt digitale Angebote, die junge Menschen stärken und ihnen Orientierung im Netz bieten. Ein besonderes Merkmal von JUUUPORT ist der Peer-to-Peer-Ansatz: Speziell ausgebildete Scouts beraten Gleichaltrige vertraulich und kostenlos online. Ergänzt wird das Angebot durch Ratgeber, Workshops und Social-Media-Aktionen, die einen sicheren Umgang mit digitalen Medien fördern. Die Plattform wird von dem Verein JUUUPORT e.V. getragen, dessen Mitglieder mehrere Landesmedienanstalten sind, u. a. die Medienanstalt Hessen. Außerdem hat das Projekt „JUUUPORT – JUUU-KI!“ des Vereins den Publikumspreis des Deutschen Präventionspreises 2026 erhalten. mehr erfahren |
| |  |
 |  |  | |
Weiteres aus der Welt der Medienanstalten
|  |
|  | |
| |  |
 |  |  | |
Veranstaltungen & Termine
|  |
| 21.04.2026, 19.00 Uhr Digitaler Familientalk – Internet-ABC Special: „Kinder sicher im Netz – Erste Schritte gut begleiten. Beliebte Kinderangebote, empfehlenswerte Webseiten, Nutzungszeiten und Kinderschutzfilter“ 22.04.2026, 10.00-12.00 Uhr Sprechstunde für Seniorinnen und Senioren: „So kommen Sie sicher durch den Mediendschungel“, Medienbildungszentrum Nord 24.04.2026, 14.00-17.00 Uhr Einfach digital! Online-Fortbildung zur Medienbildung für die Kita: „Kinder forschen und verstehen mit Medien“ (Wartelistenplatz) 25.04.2026, 10.00 Uhr Hessischer Jungjournalistentag 2026, Frankfurt am Main 25.04.2026, 14.00-17.00 Uhr Kind-Eltern-Spielenachmittag, Stadtbibliothek Kassel 27.04.2026, 18.30-20.00 Uhr Online-Fortbildung für Lehrkräfte: „Medienerziehung ist Familiensache? – Elternabende als Methode der ganzheitlichen Medienerziehung“ (ausgebucht) 07.05.2026, 14.00-17.00 Uhr Einfach digital! Online-Fortbildung zur Medienbildung für die Kita: „Sind Freundschaften mit Robotern und Maschinen möglich?“ 08.05.2026, 10.00-17.00 Uhr Fortbildung: „Alles frei erfunden – Fiktionale Formate drehen“, Einführung in Technik, Gestaltung und rechtliche Aspekte des fiktionalen Filmemachens, Medienbildungszentrum Süd 12.05.2026, 10.00-17.00 Uhr Fortbildung: „Alles echt – Dokumentarische Formate drehen“, Einführung in Technik, Gestaltung und rechtliche Aspekte des dokumentarischen Erzählens, Medienbildungszentrum Süd 12.05.2026, 19.00 Uhr Digitaler Familientalk: „Cybergrooming erkennen, verstehen, handeln – Kinder online schützen“
15.05.2026, 10.00-17.00 Uhr Fortbildung: „Mikrofon an, Regler auf – vom Skript bis zum fertigen Podcast“, Einführung in Konzeption, Aufnahme und Schnitt von Podcasts, Medienbildungszentrum Süd |
| |  |
|