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April 2026

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„Menschenwürde und Opferschutz sind nicht verhandelbar.“, Prof. Dr. Murad Erdemir
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Digitalisierung und Globalisierung der Medien bringt es mit sich, dass weltweit abrufbare Darstellungen von Leid, Gewalt und Tod die Bildlabore des Netzes fluten, ohne mit den wirksamen Möglichkeiten der Kontextualisierung und Kommentierung für eine moralische Grundierung zu sorgen. Und erstaunlich viele Nutzerinnen und Nutzer schauen lustvoll hin, wenn im World Wide Web das humane Genom der Gesellschaft attackiert wird. Es ist kaum abzuschätzen, was diese Bilder, die oftmals auch für Erwachsene kaum zu ertragen sind, speziell in den Köpfen und Herzen der Kinder zur Folge haben können. Rigoroses Vorgehen der Medienaufsicht bleibt dort unverzichtbar. Dort, wo Menschenwürde und konkreter Opferschutz tangiert sind, stehen Rechtsverfolgung und Sanktionierung nicht zur Disposition.

Ein besonderes Augenmerk bedürfen in der heutigen Medienwelt indes nicht allein die Rezipientinnen und Rezipienten, sondern auch diejenigen, deren Schicksal unfreiwillig Teil der Berichterstattung wird: Opfer von Straftaten oder Unglücksfällen. Und auch bei deren Angehörigen besteht ein erhebliches Schutzbedürfnis, das nicht dem Streben nach vielen Aufrufen im Internet und maximaler Aufmerksamkeit im Fernsehen geopfert werden darf. Wie es darum aktuell bestellt ist und welche Bedeutung hierbei der Medienkompetenz zukommt, dazu konnte ich mich kürzlich mit der Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Opfer von schweren Gewalttaten und Terror­an­schlägen, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, austauschen – mehr dazu in dieser Ausgabe.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihr

Prof. Dr. Murad Erdemir
Direktor

Prof. Dr. Murad Erdemir, Staatsministerin Heike Hofmann, Peter Holnick | © Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
 

Gemeinsame Ansätze für Jugendmedienschutz und Medienbildung

Am 20. März haben sich der Direktor der Medienanstalt Hessen, Prof. Dr. Murad Erdemir, die Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann und der Geschäftsführer des Instituts für Medienpädagogik und Kommu­nikation Hessen e.V., Peter Holnick, über verschiedene Themen des Jugendmedien­schutzes und der Medienpädagogik in Wiesbaden ausgetauscht. Insbesondere wurde die aktuelle Diskussion zu einer Altersbegrenzung für den Zugang von Social-Media-Anwendungen angesprochen. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass Altersbegrenzungen für Kinder als erforderlich angesehen werden. Zugleich müssten aber alternative Möglichkeiten des Erlernens von Medienkompetenz für diese Altersgruppe verstärkt bereitgestellt werden. Frau Ministerin Hofmann informierte auch darüber, dass Hessen als Vorsitzland der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) einen Leitantrag zum Thema „Kompetenzen in einer digitalen Welt – Kompetenzen für Demokratie und Zukunft“ vorlegen werde. Zudem werde sich die JFMK auch zur Social-Media-Debatte positionieren. Thema des Gesprächs waren darüber hinaus weitere Kooperations­möglichkeiten zur Stärkung der Medienkompetenz von Eltern, Kindern und Jugendlichen.

Prof. Dr. Daniela Birkenfeld und Prof. Dr. Murad Erdemir | © Geschäftsstelle der Hessischen Opferbeauftragten
 

Opferschutz im Bereich von Menschenwürde­verletzungen als gemeinsames Ziel

Prof. Dr. Murad Erdemir war am 31. März zu Besuch bei der Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Opfer von schweren Gewalttaten und Terror­anschlägen, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, und ihrem Team in deren Geschäftsstelle in Frankfurt am Main. Im Zentrum des Austauschs stand der Schutz von Betroffenen, die nach einem Terroranschlag oder einer sonstigen Großschadenslage im Fokus von Medien und Öffentlichkeit stehen. Schnell wurde deutlich, dass die Gesprächspartner in ihren unterschiedlichen Funktionen das gemeinsame Ziel verbindet, den Opferschutz im Bereich von Menschenwürde- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen zu wahren. Daniela Birkenfeld und Murad Erdemir betonten gemeinsam, dass neben einer betrof­fenensensiblen Berichterstattung bereits der Entscheidungsfindung bei Medien­anfragen und damit der Medienkompetenz eine zentrale Rolle zukommt. Erdemir bot die Unter­stützung seines Hauses an und verwies auf die räumliche Nähe zwischen dem Medienbildungszentrum Süd in Offenbach am Main und der Geschäftsstelle.

Prof. Dr. Murad Erdemir, Claus Grewenig, Sebastian Kocks | © Medienanstalt Hessen
 

RTL Deutschland zu Besuch bei der Medienanstalt Hessen

Am 20. April kamen Claus Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutsch­land sowie Vorstandsvorsitzender des VAUNET, und Sebastian Kocks, LL.M., Ressort­leiter Medienrecht von RTL Deutschland, mit Prof. Dr. Murad Erdemir, Direktor der Medienanstalt Hessen, zu einem medienpolitischen Austausch in Kassel zusammen. Gegenstand des Gespräches war u.a. die Bedeutung regionaler Berichterstattung vor Ort durch RTL Hessen sowie die Anpassung der Regulierung an die neue Plattform­realität im Rahmen der aktuellen Überlegungen der Länder zum Digitalen Medienstaats­vertrag. In diesem Zusammengang wurde auch die Fortentwicklung des Public Value-Konzepts angesprochen, die in der vergangenen Woche im Rahmen der Veranstaltung DLM im Dialog“ in Berlin vorgestellt wurde. Angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Voraussetzungen plädiert RTL im Rahmen der Werberegulierung dafür, dass die Länder schnellstmöglich überschießende regulatorische Anforderungen zurückfahren, die über die Standards der AVMD-Richtlinie hinausgehen (Werbezeitenregelungen, Unterbrecher­werbung bei Kindersendungen etc.). Der gegenseitige Austausch erstreckte sich nicht zuletzt auf aktuelle Themen des Jugendmedienschutzes sowie eine differenzierte Lösung im Bereich des altersgerechten Zugangs zur Nutzung sozialer Medien.

Das Gespräch unterstreicht den konstruktiven Dialog zwischen Medienwirtschaft und Regulierung zur Gestaltung zukunftsfähiger Rahmenbedingungen für eine vielfältige und verantwortungsvolle Medienlandschaft. Ein Gegenbesuch bei RTL Deutschland in Köln ist für den Sommer in Aussicht genommen.

Radio und Internet

Mikrofon im Tonstudio, Radio
© Patrick Daxenbichler | Adobe Stock
 

Radio-Reichweiten: HIT RADIO FFH und RADIO BOB! mit starken Ergebnissen

Die aktuelle ma 2026 Audio I der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse bestätigt die hohe Bedeutung privater Audioangebote. Aus hessischer Sicht besonders erfreulich: HIT RADIO FFH bleibt mit 2,7 Millionen Hörenden täglich seit über 35 Jahren die klare Nummer 1 im Bundesland. Auch RADIO BOB! überzeugt erneut mit sehr guten Zahlen und ist als beliebteste Rockmarke Deutschlands mit über 4,5 Millionen täglich Hörenden sowie rund 12 Millionen Kontakten über alle Verbreitungswege hinweg bundesweit die reichweitenstärkste Privatradiomarke. Die Ergebnisse unterstreichen die Vielfalt des Hörfunkstandorts Hessen.

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Medienbildung

Sarah Gumz (Medienanstalt Hessen), Manuela Bleifuß (FFH MEDIENGRUPPE), Helin Tumay (Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V.) | © HIT RADIO FFH
 

Hessische Jugendliche stärken ihre Medienkompetenz im FFH-Mediencamp

Rund 50 Jugendliche aus Hessen konnten in den Osterferien beim achten FFH-Mediencamp praxisnah Medien erleben. In Workshops zu Radio, Podcasts, Social Media, Filmproduktion, Design und Marketing gründeten sie eine fiktive Musik­produktionsfirma, arbeiteten im Team und setzten ihr neues Wissen direkt um. Am Abschlusstag präsentierten sie ihre Ergebnisse: kreative Produktionen und verant­wortungsbewusste Medienarbeit. Das Mediencamp, das gemeinsam von HIT RADIO FFH, der Medienanstalt Hessen und dem Institut für Medienpädagogik und Kommu­nikation Hessen e.V. veranstaltet wird, vermittelt medienpraktische Fähigkeiten und stärkt zugleich das kritische Bewusstsein für digitale Inhalte.

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© Medienanstalt Hessen
 

„News Caching“ feiert 500. Durchführung in Hessen

Seit 16 Jahren vermittelt das Projekt „News Caching – Zwischen Fakten, Fakes und Filterblasen“ der Medienanstalt Hessen an Schulen im gesamten Bundesland, wie Jugendliche Fakten von Desinformation unterscheiden können. Kürzlich wurde in einer 9. Klasse der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf der 500. Projektdurchlauf erfolgreich abgeschlossen – ein Meilenstein für die medienpädagogische Arbeit in Hessen.

Im Projekt nehmen die Schülerinnen und Schüler die Rolle von Journalistinnen und Journalisten ein, recherchieren eigenständig und veröffentlichen ihre Artikel auf einer Website. Das Angebot zielt darauf ab, die Medien- bzw. Informationskompetenz von Jugendlichen zu stärken und sie für die Herausforderungen der digitalen Nachrichten­welt zu sensibilisieren.

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© Landesstiftung „Miteinander in Hessen“
 

Medienanstalt Hessen unterstützt Di@-Lotsen-Projekt

Das Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ bildet Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus, die ältere Menschen beim Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. unterstützen. Die Medienanstalt Hessen begleitet das Projekt, das von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ koordiniert wird, fortan als Kooperationspartnerin und erweitert das Schulungsangebot durch ein Fachportal: Neben den themenbezogenen Einheiten der Basisschulung können sich Engagierte hier zu weiteren medienpädago­gischen Inhalten fortbilden. Über 600 Di@-Lotsinnen und -Lotsen sind bereits in Hessen aktiv. Mit dem erweiterten Angebot sollen noch mehr Seniorinnen und Senioren im Umgang mit Medien Unterstützung erhalten.

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Logo JUUUPORT - Wir beraten Dich online!
© JUUUPORT e.V.
 

JUUUPORT erneut ausgezeichnet

Das bundesweite Beratungs- und Aufklärungsangebot www.juuuport.de wurde mit dem Kinder-Online-Preis 2026 ausgezeichnet. Der Preis würdigt digitale Angebote, die junge Menschen stärken und ihnen Orientierung im Netz bieten. Ein besonderes Merkmal von JUUUPORT ist der Peer-to-Peer-Ansatz: Speziell ausgebildete Scouts beraten Gleichaltrige vertraulich und kostenlos online. Ergänzt wird das Angebot durch Ratgeber, Workshops und Social-Media-Aktionen, die einen sicheren Umgang mit digitalen Medien fördern. Die Plattform wird von dem Verein JUUUPORT e.V. getragen, dessen Mitglieder mehrere Landesmedienanstalten sind, u. a. die Medienanstalt Hessen.
Außerdem hat das Projekt „JUUUPORT – JUUU-KI!“ des Vereins den Publikumspreis des Deutschen Präventionspreises 2026 erhalten.

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KI-Chatbots werden zunehmend für persönliche und emotionale Gespräche genutzt. Neue klicksafe-Clips zeigen überspitzt, wie schnell solche Bezie­hungen entstehen und wie stark KI in den Alltag eingreift. Die KI-generierten Videos sind Teil der Kampagne „KI and me. In künstlicher Beziehung“ und werden durch Informationsmaterialien ergänzt. So sollen junge Menschen für einen reflektierten Umgang mit KI-Begleitern sensibilisiert werden.

zu den Clips

Medienbildungszentren

Logo: Mediathek Hessen - Ihr Forum für Medien, Bildung und Demokratie.
© Medienanstalt Hessen
 

Das Schaufenster der Medienarbeit

Die Mediathek Hessen bietet einen einzigartigen Einblick in die Medienbildungsarbeit der Medienanstalt Hessen. Ob spannende Videoprojekte, Lehrmaterialien oder kreative Workshops: Hier können Lehrkräfte, Eltern und Medieninteressierte gezielt stöbern und sich inspirieren lassen. Dank vielfältiger Such- und Filtermöglichkeiten lassen sich die Inhalte bequem nach Themen, Altersgruppen oder Medientypen durchsuchen – ideal für alle, die sich schnell und unkompliziert informieren möchten. 

Besonders empfehlenswert ist die Podcastreihe „Bildung braucht Medien – Medien brauchen Bildung“, die aktuelle Themen rund um Medienkompetenz und Bildung praxisnah beleuchtet.

zur Mediathek Hessen
© Medienanstalt Hessen

Vielseitig und inspirierend

Im Medienbildungszentrum Nord konnten Jugendliche im Rahmen eines Praktikums vielfältige Einblicke in die praktische Medienarbeit gewinnen. Dabei lernten sie nicht nur technische Grundlagen kennen, sondern setzten sich unter pädagogischer Anleitung auch mit der Gestaltung von Bewegtbild und Storytelling im Film auseinander.

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© Antonia Sturm

Kontinuierlich, gemeinsam und stark

Das Medienbildungszentrum Süd und der Bundesverband Jugend und Film (BJF) e.V. arbeiten seit 16 Jahren zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: die Filmbildung in Hessen stärken. So unterstützt das Medienbildungszentrum die jährliche Umsetzung des Filmfestivals „Werkstatt der Jungen Filmszene“ des BJF und in diesem Jahr erstmalig die  BJF-Jahrestagung in Wiesbaden.

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Weiteres aus der Welt der Medienanstalten

© Rosendahl Borngräber - rosendahl-berlin.de

DLM im Dialog 2026 – Verantwortung für Vielfalt
Die Veranstaltungsreihe der Direktoren­konferenz der Landesmedien­anstalten (DLM) brachte am 14. April Expertinnen und Experten aus Medien, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Im Fokus standen der fachliche Austausch dazu, wie Medienvielfalt im digitalen Zeitalter, etwa auf Social Media oder im Audiomarkt, verantwortungsvoll gesichert und gestaltet werden kann.

Veranstaltungen & Termine

21.04.2026, 19.00 Uhr
Digitaler Familientalk – Internet-ABC Special: „Kinder sicher im Netz – Erste Schritte gut begleiten. Beliebte Kinderangebote, empfehlenswerte Webseiten, Nutzungszeiten und Kinderschutzfilter“

22.04.2026, 10.00-12.00 Uhr
Sprechstunde für Seniorinnen und Senioren: „So kommen Sie sicher durch den Mediendschungel“, Medienbildungszentrum Nord

24.04.2026, 14.00-17.00 Uhr
Einfach digital! Online-Fortbildung zur Medienbildung für die Kita: „Kinder forschen und verstehen mit Medien“ (Wartelistenplatz)

25.04.2026, 10.00 Uhr
Hessischer Jungjournalistentag 2026, Frankfurt am Main

25.04.2026, 14.00-17.00 Uhr
Kind-Eltern-Spielenachmittag, Stadtbibliothek Kassel

27.04.2026, 18.30-20.00 Uhr
Online-Fortbildung für Lehrkräfte: „Medienerziehung ist Familiensache? – Elternabende als Methode der ganzheitlichen Medienerziehung“ (ausgebucht)

07.05.2026, 14.00-17.00 Uhr
Einfach digital! Online-Fortbildung zur Medienbildung für die Kita: „Sind Freundschaften mit Robotern und Maschinen möglich?“

08.05.2026, 10.00-17.00 Uhr
Fortbildung: „Alles frei erfunden – Fiktionale Formate drehen“, Einführung in Technik, Gestaltung und rechtliche Aspekte des fiktionalen Filmemachens, Medienbildungszentrum Süd

12.05.2026, 10.00-17.00 Uhr
Fortbildung: „Alles echt – Dokumentarische Formate drehen“, Einführung in Technik, Gestaltung und rechtliche Aspekte des dokumentarischen Erzählens, Medienbildungszentrum Süd

12.05.2026, 19.00 Uhr
Digitaler Familientalk: „Cybergrooming erkennen, verstehen, handeln – Kinder online schützen“

15.05.2026, 10.00-17.00 Uhr
Fortbildung: „Mikrofon an, Regler auf – vom Skript bis zum fertigen Podcast“, Einführung in Konzeption, Aufnahme und Schnitt von Podcasts, Medienbildungszentrum Süd

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