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Januar 2026

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„Verantwortung heißt auch digitale Präsenz.“ Prof. Dr. Murad Erdemir, Direktor
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Australien schreibt Geschichte im digitalen Kinderschutz: Seit dem 10. Dezember 2025 ist dort für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren der Zugang zu eigenen Social-Media-Accounts tabu. Von den Regelungen betroffen sind etwa Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, der Kurznachrichtendienst X, Reddit und Twitch. Das Vorgehen löste weltweit eine Debatte um ein Social-Media-Verbot für Minderjährige aus. Das EU-Parlament forderte zudem bereits in einer Resolution vom 26. November 2025 eine europaweite Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien, Video-Plattformen und KI-Begleiter mit Risiken für Minderjährige. Und auch in Deutschland nimmt die Diskussion um eine gesetzliche Festschreibung eines Mindestalters von 16 Jahren dieser Tage nochmals deutlich an Fahrt auf.

Die enormen Herausforderungen, vor die soziale Medien den Jugendschutz stellen, sind ebenso bekannt wie unstreitig. Und dabei dienen diese zunehmend auch als Startrampen für Radikalisierung. Gleichwohl sind es heute vor allem die sozialen Medien, in denen Jugendliche Werte und Normen, Rollenverständnisse, Moral und Ethik im Austausch mit Gleichaltrigen aushandeln. Hier finden sie Räume, um Kreativität, Beziehungen und Identitätsbildung zu stärken. Wir müssen uns deshalb kritisch fragen, ob wir gut beraten sind, wenn wir einem 15-jährigen Jugendlichen die Möglichkeit nehmen, sich selbst darzustellen und eine eigene Haltung zu entwickeln. An dieser Stelle treten neben dem Recht junger Menschen auf digitale Teilhabe zudem Elternverantwortung und Medienbildung auf den Plan. Ein rigoroses Social-Media-Verbot für Kinder, also für Personen unter 14 Jahren: Das ist hingegen ein anderes, mit Nachdruck zu verfolgendes und über alle Widerstände hinweg durchzusetzendes Thema.

Zudem: Wir sollten nicht nur darüber reden, wer (noch) nicht über einen eigenen Social-Media-Account verfügen darf. Wir müssen auch darüber reden, wer in jedem Fall dort präsent sein soll und auch präsent sein muss. Wer die politische Meinungsbildung der Zukunft mitgestalten will, der darf TikTok und die weiteren digitalen Resonanzräume der Jugend nicht ignorieren. Mein dringlicher Appell deshalb an alle Politikerinnen und Politiker der demokratischen Parteien in unserem Land: Meiden Sie die sozialen Medien nicht. Gehen Sie da rein. Seien Sie dort sichtbar. Seien Sie dort ansprechbar. Und werden Sie zu Influencerinnen und Influencern in eigener Sache. Verantwortung heißt auch digitale Präsenz.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihr

Prof. Dr. Murad Erdemir
Direktor

„Politiker müssen zu Influencern in eigener Sache werden.“ Prof. Dr. Murad Erdemir in: Wiesbadener Kurier, Darmstädter Echo u.a. – 30. Dezember 2025
 
zum Zeitungsinterview

Medienbildung

Zwei kleine Kinder mit lockigem Haar sitzen auf dem Boden und benutzen jeweils ein digitales Gerät. Ein Kind hält ein Smartphone in der Hand, während das andere ein Tablet benutzt. Beide sind auf ihre Bildschirme konzentriert und sitzen nebeneinander neben einem Bett.
© FotoHelin | shutterstock.com
 

Einfach digital! Fortbildungen zur Medien­bildung für die Kita

Die kostenfreien Online-Fortbildungen der Medienanstalt Hessen zeigen, wie digitale Medien kreativ und praxisnah im Kita-Alltag eingesetzt werden können. Für die erste Veranstaltung am 29. Januar zum Thema „Das schmeckt mir (nicht)! – Mit digitalen Medien Gesundheit und Gefühle entdecken“ können sich pädagogische Fachkräfte noch anmelden.

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© klicksafe
 

Safer Internet Day 2026 – „KI and me. In künstlicher Beziehung“

Am 10. Februar ist wieder Safer Internet Day (SID)! Im Mittelpunkt des diesjährigen Aktions­tages steht die Frage, wie sich die zunehmende Nutzung von KI-Begleitern auf unser Miteinander und vor allem auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen auswirkt.

Auch die Medienanstalt Hessen beteiligt sich im Rahmen des SID mit eigenen Angeboten:

10.02.26: Themenabend der Medienbildungszentren
Die Medienbildungszentren Nord und Süd haben auf ihrem Sender einen Themenabend zusammengestellt und zeigen im TV-Programm Produktionen, die sich mit KI und ihren Auswirkungen beschäftigen.

12.02.26: Digitaler Familientalk „Hilfe, mein Kind redet mit einem Chatbot! Beziehung zu einem KI-Assistenten“
Eltern und Erziehungsberechtigte sind zum Online‑Talk eingeladen, bei dem Expertinnen und Experten darüber sprechen, wie Kinder und Jugendliche Chatbots und KI-Assistenten wie ChatGPT nutzen und welche Chancen und Risiken dabei bestehen. Ergänzend erhalten sie praktische Tipps für den sicheren, selbstbestimmten Umgang mit KI‑Tools sowie Raum für Fragen und Austausch.

Neues Handbuch für Lehrkräfte

© Internet-ABC e. V.

Das neue Lernmodul-Handbuch des Internet-ABC unterstützt Lehrkräfte dabei, digitale Kompetenzen zu vermitteln. Es fasst die 15 interaktiven Lernmodule übersichtlich zusammen und enthält praktische Materialien zur Unterrichts­vorbereitung. Themen wie Datenschutz, Werbung und Urheberrechte werden kindgerecht aufgearbeitet und fördern spielerisch das kritische Denken der Grundschulkinder.

Die digitale Version ist bereits verfügbar, die Druckversion kann ab sofort bei der Medienanstalt Hessen bestellt werden.

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© NgG WH
 

Gewaltprävention digital

Mit der 2. Digitalen Präventionsmesse bietet die Fachstelle gegen Gewalt des Bistums Limburg mit der Regionalen Geschäftsstelle Westhessen des Netzwerks gegen Gewalt im gesamten Februar vielfältige Online‑Veranstaltungen zu Gewalt­phäno­menen, Handlungssicherheit und Vernetzungsmöglichkeiten für Fachkräfte, Eltern und alle Interessierten an. Auch die Medienanstalt Hessen ist vertreten und stellt am 24. Februar ihre Unterstützungs­angebote und Projekte vor.

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Die vertrauenswürdigste Medienmarke Deutschlands kommt aus Hessen: RADIO BOB! aus Kassel erreicht im Media Brand Trust Monitor einen Spitzenwert von 88 Prozent. Damit liegt der Sender vor Marken wie Tagesschau, FAZ oder Netflix. Die Medienanstalt Hessen gratuliert herzlich zu diesem Erfolg: ein starkes Signal für glaubwürdigen privaten Rundfunk „Made in Kassel“ und für den Medienstandort Hessen.

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Medienbildungszentren

Eine Collage mit einer Filmklappe mit der Aufschrift "Politics for Future", einer blauen EU-Flagge, einer Tastatur, einem verschneiten Berg, Social-Media-Symbolen, einem Mikrofon, Kopfhörern und einem roten Kreis mit einer weißen Friedenstaube, alles auf gelbem Hintergrund.
© Medienanstalt Hessen
 

„Politics for Future“ für junge Menschen in Hessen

Die Medienanstalt Hessen und die Hessische Landeszentrale für politische Bildung setzen ihre Zusammenarbeit beim Projekt „Politics for Future“ fort. Auch in diesem Jahr erhalten Jugendliche und junge Erwachsene in Hessen die Möglichkeit, sich begleitet von den Medienbildungszentren Nord und Süd kreativ und medial mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Das Projekt greift aktuelle Herausforderungen wie Politikverdrossenheit, Populismus, Hassrede oder Desinformation auf und verbindet Medienbildung mit politischer Bildung. Bei der schulischen und außerschulischen Projektarbeit entstehen unter anderem Erklärvideos, Reportagen oder Podcasts.

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© Medienanstalt Hessen

Hört mal rein!
Schülerinnen und Schüler der Alexander-Schmorell-Schule (Förderschule) in Kassel haben im Projekt „Tonspur“ ihren eigenen Schul­podcast erstellt. Neben Interviews und Lieblingsorten ging es auch um Zukunftsperspektiven. Durch authentische Stimmen und persönliche Geschich­ten wird ein Bewusstsein für die Lebensrealität von Menschen mit Behinderung geschaffen.

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Eine Gruppe junger Erwachsener, die um einen mit Papieren, Stiften und Markern gedeckten Tisch herum sitzen und sich unterhalten, arbeitet in einer lockeren, kreativen Umgebung an großen Fenstern zusammen.
© StockSnap | Pixabay

Geschichte(n) lebendig machen
Das Regionalbüro Gießen des Medien­bildungszentrums Süd bietet im Winter­semester 2025/26 für den Fachbereich Fachjournalistik Geschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Anima­tions­werkstatt an. Zwölf Studierende produzieren aktuell historische Trickfilme und lernen konzeptionelle Ansätze von Animation im dokumentarischen Kontext kennen.

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Interesse an Videos und Podcasts rund um das Thema Medienbildung?

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Die Versammlung im Porträt

„Mit einer transparenten und verlässlichen Zulassungspraxis wollen wir den privaten Rundfunk in Hessen fördern, die Medienvielfalt sichern und die Meinungsfreiheit schützen.“ Philipp Wendt, Vorsitzender des Rechts- und Satzungsausschusses

Philipp Wendt, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen, wurde im Jahr 2020 in die Versammlung der Medienanstalt Hessen entsandt. Seit 2023 ist er zudem Vorsitzender des Rechts- und Satzungsausschusses. Vor seiner Tätigkeit für die Verbraucherzentrale Hessen war der Jurist Geschäftsführer der Deutschen Anwalt­akademie und Haupt­geschäftsführer des Deutschen Anwaltvereins. 

Der Rechts- und Satzungsausschuss bereitet als einer von drei vorbereitenden Aus­schüssen rechtlich relevante Fragestellungen beispielsweise im Zusammenhang mit Zulassungs- oder Verlängerungsentscheidungen für die Versammlung der Medienanstalt Hessen auf und gibt Empfehlungen zur Beschlussfassung. Gleiches gilt im Rahmen der Überarbeitung bestehender und der Erstellung neuer Satzungen, welche die Arbeit der hessischen Landesmedienanstalt im Zusammenspiel mit den gesetzlichen Vorgaben lenken.  

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