 |  |  | |  | Liebe Leserinnen, liebe Leser,welche Inhalte sind für welches Alter angemessen? Was hilft gegen Reizüberflutung oder Sucht? Wie sollte Kommunikation im 21. Jahrhundert aussehen? Diese medienpolitische Debatte hat anlässlich der Diskussion um ein Social Media-Verbot jüngst wieder an Fahrt aufgenommen. Dabei ist es zunächst ein gutes Zeichen, dass die Frage, wie wir insbesondere Kinder und Jugendliche schützen, auf ein breites politisches und gesellschaftliches Interesse stößt. Denn damit, welche Grenzen, aber auch welche Freiheiten wir bei der Mediennutzung zugestehen, setzen wir eine entscheidende Grundlage dafür, wie sich unser Miteinander in der digitalen Zukunft gestaltet. Ob an der Kinokasse oder beim Streaming im heimischen Wohnzimmer: Vielfach gibt es bereits kluge Lösungen, die Schutz und Orientierung bieten. Auch ihnen liegen Entwicklungsprozesse zugrunde, die sowohl der technischen Entwicklung als auch dem gesellschaftlichen Zeitgeist Rechnung tragen. Wie vielschichtig der Umgang mit Medien ist, zeigt aber der umgekehrte Fall: Inhalte wie das historische deutsche Filmerbe, bei denen der Wert der Auseinandersetzung mit ihnen erkannt wurde und die verantwortungsvolle Vermittlung längst im Vordergrund steht. Fest steht: Unser Grundgesetz formuliert mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht einen Auftrag an den Staat, sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche sich zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln können. Staatlich bzw. gesetzlich verordneter Jugendschutz ist damit essenziell. Fest steht aber auch: Staatlich verordneter Jugendschutz kann elterliche Verantwortung nicht ersetzen. Denn es geht um Verantwortung. Nicht um Verschiebebahnhof. Dabei wird deutlich, dass der entscheidende Faktor für den „richtigen“ Umgang mit Medien neben rechtlichen Leitplanken vor allem Bildung ist. Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Prof. Dr. Murad Erdemir Direktor |
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© HMdI | Frank Zinn
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| 75 Jahre Landesamt für Verfassungsschutz HessenDas Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Hessen beging sein 75-jähriges Bestehen am 22. Mai mit einem Festakt im Hessischen Landtag. Unter den mehr als 100 Gästen aus der Politik, von Sicherheitsbehörden und aus der Gesellschaft war auch Prof. Dr. Murad Erdemir, welcher dem Präsidenten des LfV Hessen, Bernd Neumann, die Glückwünsche seines Hauses persönlich übermittelte. |  |   | |
© HMdI | Frank Zinn
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| Bernd Neumann bezeichnete den Verfassungsschutz in seiner Festrede treffend als einen Dienst, der nicht erst dann eingreife, wenn die Gewalt ausbreche, sondern der bereits dort hinsehe, wo geistige Brandstiftung beginne. „Dieses Frühwarnsystem der Demokratie ist heute wichtiger denn je“, betonte der LfV-Präsident. In 75 Jahren hat sich die Bedrohungslage immer wieder verändert. Extremisten und Verfassungsfeinde nutzen zunehmend professionell den digitalen Raum, um gezielt junge Menschen in den sozialen Medien zu manipulieren und zu radikalisieren. Als Antwort darauf hat das LfV Hessen seine Präventionsarbeit massiv ausgebaut und 2025 auch die Kooperation mit der Medienanstalt Hessen weiter intensiviert (Pressemitteilung vom 29. August 2025). mehr erfahren zur Jubiläumszeitung „Der Frühwarner im Wandel der Zeit" des LfV Hessen |
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v.l.n.r.: Peter Kaun, Kerstin Waldeck, Prof. Dr. Murad Erdemir, Stefan Linz, Benedikt Dorn | © FSK GmbH
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| Praxis und Perspektive im Jugendmedienschutz: Fachgespräch und Studierendenexkursion in WiesbadenIn Wiesbaden kamen am 28. Mai die Medienanstalt Hessen und die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) zu ihren traditionellen Frühlingsgesprächen zusammen. Im Mittelpunkt des Austauschs, an dem beide Hausspitzen teilnahmen, standen aktuelle Herausforderungen des Jugendmedienschutzes vor dem Hintergrund veränderter Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen. Beide Seiten betonten die Bedeutung eines verlässlichen Rechtsrahmens sowie die Rolle unabhängiger Selbstkontrollen. Zudem wurde übereinstimmend eine Ausweitung des Elternprivilegs (sog. Parental Guidance) im Kino gefordert, um Familien mehr Flexibilität bei der gemeinsamen Filmauswahl zu bieten. zur gemeinsamen Pressemitteilung |  |   | |
© FSK GmbH
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| Ebenfalls zu Besuch im Deutschen Filmhaus waren Studierende des Masterstudiengangs Medienrecht des Mainzer Medieninstituts (MMI), an dem Prof. Dr. Murad Erdemir als Dozent tätig ist. Die angehenden Medienrechtlerinnen und Medienrechtler erhielten bei ihrer Exkursion praxisnahe Einblicke in die Aufgaben und Prüfverfahren der FSK. Nach einer Einführung in die Arbeitsweise konnten die Studierenden selbst Filmbeispiele bewerten und so praktisch nachvollziehen, wie Altersfreigaben entstehen und welche Kriterien dabei maßgeblich sind. Gemeinsam diskutiert wurde außerdem, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in einer sich wandelnden Medienwelt wirksam umgesetzt und miteinander in Einklang gebracht werden können. mehr erfahren |
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 |  |  | | | Medienpolitischer Austausch mit dem Bitkom e. V.Am 1. Juni fand auf Einladung des Arbeitskreises Medienpolitik des Bitkom e. V. ein medienpolitischer Austausch mit dem Direktor der Medienanstalt Hessen statt. Im Zentrum des Gesprächs stand die Debatte um ein „Social Media-Verbot“. Beidseitig betont wurde die Notwendigkeit eines differenzierten, risikobasierten Ansatzes, der Schutz, Befähigung und Teilhabe in Einklang bringt und zunächst auf die konsequente Durchsetzung bestehender Regeln und den entschlossenen Einsatz technischer Schutzfunktionen setzt. Insofern brauche es starke Aufsichtsstrukturen, mehr Medienkompetenz, bessere Information über vorhandene Schutzinstrumente und mehr kindgerechte digitale Angebote. Prof. Dr. Murad Erdemir verwies zudem auf die Eigenverantwortung der Diensteanbieter. Des Weiteren standen vor allem Fragestellungen im Kontext der anstehenden Novellierung der Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste (AVMD-RL) und von Netzsperren im Spannungsfeld zwischen europäischem Herkunftslandprinzip und nationalem Jugendschutz auf der Agenda. Der von beiden Seiten als ausgesprochen intensiv und konstruktiv empfundene Austausch soll beizeiten fortgeführt werden. Gemeinsame Erklärung „Kinder und Jugendliche nicht aus digitalen Räumen ausschließen" | Bitkom e.V. Präsentation des Bitkom e.V. zu Social Media, Desinformation und Deepfakes (PDF) |
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© HMSI | Lucas Hofmann
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| Auf dem Hessentag 2026 in FuldaIm Rahmen der diesjährigen Veranstaltung haben die Medienanstalt Hessen und das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) das medienpädagogische Planspiel „Hessentagsreporter:innen – Junge Perspektiven auf den Hessentag“ durchgeführt. Kinder und Jugendliche begleiteten das Landesfest einen Tag lang journalistisch und produzierten eigene TV-Beiträge mit Interviews, Reportagen und persönlichen Eindrücken. Unter Anleitung von Medienpädagoginnen des Medienbildungszentrums Nord sammelten sie praktische Erfahrungen in den Bereichen Moderation, Kameraführung und Redaktion. Die Projektergebnisse wurden am 20. Juni auf der Bühne Hessenforum präsentiert. Gemeinsam mit Manuela Strube, Staatssekretärin im HMSI, Nadine Tepe, Gesamtleiterin und Koordinatorin der Medienbildungszentren Hessen, sowie Christina Ecknigk, Medienpädagogin im Medienbildungszentrum Nord, stellten am Planspiel beteiligte Kinder und Jugendliche das Projekt vor. |
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Medienbildungszentren
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Präventionstag in Kassel | © Medienanstalt Hessen
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| Wissen teilen, Vernetzung stärken, Impulse setzenDas Medienbildungszentrum Süd präsentierte seine Angebote beim Fachtag des Arbeitskreises Medien Rhein-Main in Frankfurt am Main und nutzte die Veranstaltung zum Austausch mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Bildungsarbeit. Beim Präventionstag 2026 in Kassel stellte die Medienanstalt Hessen gemeinsam mit ihrem Medienbildungszentrum Nord ihre Projekte, Fortbildungen und Materialien für die medienpädagogische Praxis vor und kam mit Eltern und Familien zu Themen wie Gaming und Medienerziehung ins Gespräch. weiterlesen |  |   | |
© Danilo Roth
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|  | Sonderpreis für die „Gaming Galaxy“ bei der visionale 2026 Erfolg für das Medienbildungszentrum Nord: Das Partizipationsprojekt „Gaming Galaxy“ wurde bei dem JugendMedienFestival visionale 2026 mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit den Bündnispartnern Future Space, Pixelherz und der Stiftung Digitale Spielekultur wurden Kindern und Jugendlichen in dem Projekt vielfältige Möglichkeiten zur kreativen Mitgestaltung und aktiven Mediennutzung eröffnet. weiterlesen |
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© Stadt der Kinder, Frankfurter Kinderbüro
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|  | Meine Stimme zählt! Im Rahmen der Frankfurter Kinderrechtskampagne „Stadt der Kinder“ haben Mädchen und Jungen des Kinderzentrums Bleichstraße gemeinsam mit dem Medienbildungszentrum Süd einen Kurzfilm zu Artikel 16 der UN-Kinderrechtskonvention produziert. Dabei lernten sie alle Schritte der Filmproduktion kennen und setzten sich kreativ mit dem Recht auf Schutz der Privatsphäre auseinander. Das Projekt entstand in Kooperation mit Kita Frankfurt. weiterlesen |
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Weiteres aus der Welt der Medienanstalten
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Veranstaltungen & Termine
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| 23.06.2026, 18:00 – 20:00 Uhr Nachrichtenkompetenz-Abend für Eltern von #usethenews „Social Media & Desinformation – Wie begleite ich mein Kind?“, Frankfurt am Main und online 29.06.2026 10:30 – 12:00 Uhr Seminar: „Stimmt das? Falsche Informationen erkennen und richtig durchblicken“, Medienbildungszentrum Süd 30.06.2026 #watchdog26 goes Business Creator Summit – Personal Brand Boost: Werbekennzeichnung 2026 für Creator:innen & Brands, Berlin 08.07.2026, 10:00 – 12:00 Uhr Frag den Technikcoach! Sprechstunde für digitale Hilfe, Medienbildungszentrum Nord 27.08.2026, 15:00 – 16:30 Uhr Online-Fortbildung für Lehrkräfte: „Manipulationen in Werbung und Social Media – Wie Lehrkräfte den Einfluss auf die Entwicklung junger Menschen begleiten können“ 27.08.2026, 14:00 – 18:15 Uhr Regionales Fachforum der Lehrkräfteakademie in Kassel, Universität Kassel 29.08.2026 „KlickKompetenz – Gelassen im digitalen Familien-Wahnsinn“, Frankfurt am Main |
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