Medienanstalt Hessen baut Prävention gegen Cybergrooming aus

Neue Informations- und Bildungsangebote für Eltern und Lehrkräfte

Um Kinder besser vor sexueller Kontaktanbahnung im Internet zu schützen, erweitert die Medienanstalt Hessen ihre Informations- und Bildungsangebote für Eltern und Lehrkräfte zum Thema Cybergrooming. Erwachsene sollen dadurch unterstützt werden, Risiken frühzeitig zu erkennen und Kinder sicher im digitalen Alltag zu begleiten.

Cybergrooming ist die sexuell motivierte Kontaktaufnahme von Täterinnen und Tätern zu Kindern im Internet. Sie agieren häufig anonym, bauen gezielt Vertrauen auf und manipulieren ihre Opfer. Cybergrooming ist eine Form des sexuellen Missbrauchs und strafbar. Gerade die frühe und oft unbegleitete Nutzung digitaler Medien macht Kinder besonders anfällig, sodass scheinbar harmlose Gespräche in Chats, Online-Spielen oder sozialen Netzwerken schnell in das Einfordern persönlicher Informationen, das Versenden intimer Bilder oder konkrete Missbrauchssituationen übergehen können.

„Kinder brauchen Orientierung, um sich sicher in digitalen Räumen zu bewegen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern und Lehrkräfte über Risiken wie Cybergrooming aufgeklärt sind und mit Kindern offen über deren Erfahrungen im Netz sprechen“, betont Prof. Dr. Murad Erdemir, Direktor der Medienanstalt Hessen. „Mit unseren Informationsangeboten und Unterrichtsmaterialien unterstützen wir Familien und Schulen dabei, Gespräche über Sicherheit im Internet anzustoßen und Kinder in ihrer Medienkompetenz nachhaltig zu stärken.“

Ein zentraler Baustein ist das Format „Medienwissen für Eltern“. Es bündelt leicht verständliche Hintergrundinformationen, praxisnahe Tipps sowie weiterführende Links zu verlässlichen und altersgerechten Angeboten rund um das Thema Cybergrooming. Eltern erhalten dadurch konkrete Hilfestellungen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und verdächtige Online-Kontakte besser einordnen zu können. Der digitale Elternbrief wird an alle hessischen Grundschulen versendet, sodass Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen profitieren.

Für den Unterricht steht außerdem die Handreichung „Unterrichtsreihe zur Prävention von Cybergrooming in der Grundschule“ zum Download bereit und kann überdies bei der Medienanstalt Hessen bestellt werden. Sie wurde vom Internet-ABC e. V. in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Bundesverband e. V. und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) entwickelt und enthält praxiserprobte, altersgerechte Materialien für den Unterricht in der Grundschule.

Zusätzlich bietet die Medienanstalt Hessen mehrere kostenlose Online-Veranstaltungen mit konkreten Hilfestellungen an:

Online-Fortbildungen für Lehrkräfte

  • 28. April oder 21. Mai, jeweils 14:00 – 16:00 Uhr (in Zusammenarbeit mit der Hessischen Lehrkräfteakademie)
  • Thema: „Cybergrooming handlungssicher begegnen – aufklären und stärken“
  • Anmeldung erforderlich

Online-Elternabende: Digitaler Familientalk

  • 12. Mai oder 9. Juni, jeweils 19:00 Uhr
  • Thema: „Cybergrooming erkennen, verstehen, handeln – Kinder online schützen“
  • Anmeldung erforderlich

Die Anmeldung zu den Online-Angeboten, weitere Informationen, Materialien sowie Links zu Beratungsstellen und Studien zum Thema Cybergrooming finden Interessierte auf der Themenseite der Medienanstalt Hessen unter https://www.medienanstalt-hessen.de/cybergrooming.

Über die Medienanstalt Hessen

Die Medienanstalt Hessen ist die zentrale landesweite Aufsichtsbehörde für die Regulierung von privatem Rundfunk und Telemedien. Ihr Kernauftrag ist es, Medienvielfalt zu sichern, Meinungsfreiheit zu schützen und mediale Teilhabe zu ermöglichen. Sie lizenziert private Radio- und Fernsehprogramme und übt die Aufsicht über Rundfunk, Telemedien, Medienplattformen und Benutzeroberflächen aus. Zudem ist sie zuständig für den Schutz der Jugend und der Menschenwürde und engagiert sich im Kampf gegen Hass, Hetze und Desinformation. Außerdem widmet sich die Medienanstalt der Vermittlung von Medienbildung sowie der Förderung von Medienkompetenz in allen Altersgruppen und betreibt hierzu Medienbildungszentren an den Standorten Kassel und Offenbach am Main. Sie unterstützt nichtkommerzielle Lokalradios und setzt sich aktiv für den Medienstandort Hessen ein.

Pressekontakt

Philipp Greguhn