Neue Ansätze gegen Desinformation und Deepfakes

© EdaTemucin/GMK

Fachveranstaltung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) fand in Offenbach am Main statt

Wie kann die Auseinandersetzung mit Desinformation und Deepfakes in der pädagogischen Arbeit integriert werden? Wie können bestehende Ansätze, Methoden und Konzepte verbessert und neue entwickelt werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Ende Juni rund 30 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen pädagogischen Fachbereichen bei einer zweitägigen, hybriden Fachveranstaltung in den Räumen des Medienbildungszentrums Süd in Offenbach am Main. Der so genannte Methodensprint wurde vom Team der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) im Rahmen von toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation organisiert und ausgerichtet. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Medienbildungszentrum Süd und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung statt und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Fonds Soziokultur gefördert.

Unter der Moderation von Aisha Camara vor Ort sowie Heiko Wolf für das Online-Setting arbeiteten die Teilnehmenden an der Weiterentwicklung bestehender und der Konzeption neuer pädagogischer Methoden und Konzepte für den Umgang mit Desinformation und Deepfakes. Zum Auftakt gab Dr. Franziska Martini vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft einen wissenschaftlichen Impuls. Sie stellte den aktuellen Forschungsstand vor, der trotz bestehender Wissenslücken darauf hindeutet, dass politische Kommunikation im Zusammenhang mit Desinformation und Deepfakes nicht allein als Frage der Informations- und Medienkompetenz betrachtet werden sollte. Ebenso wichtig seien politische Einstellungen, Emotionen, soziale Zugehörigkeiten und das Vertrauen in Medien. Auf dieser Grundlage sowie aus ihren praktischen Erfahrungen entwickelten die Teilnehmenden zahlreiche Ideen für neue Methoden. Die Vorschläge decken unterschiedliche Themenfelder, Zielgruppen und pädagogische Ansätze ab. Ein gemeinsames Ziel ist die Entwicklung niedrigschwelliger Materialien, die auch von Fachkräften ohne umfangreiche Vorkenntnisse oder technischen Aufwand eingesetzt werden können. Zudem sollen die Materialien modular aufgebaut sowie frei lizenziert sein, damit sie flexibel angepasst und in unterschiedlichen Bildungskontexten genutzt werden können.

Die Arbeit an den Methoden wird aktuell fortgesetzt. Die Fertigstellung und Veröffentlichung der Materialien ist für Ende 2026 geplant. Informationen zum Projektfortschritt gibt es unter https://hass-im-netz.gmk-net.de/.

Über die Medienanstalt Hessen

Die Medienanstalt Hessen ist die zentrale landesweite Aufsichtsbehörde für die Regulierung von privatem Rundfunk und Telemedien. Ihr Kernauftrag ist es, Medienvielfalt zu sichern, Meinungsfreiheit zu schützen und mediale Teilhabe zu ermöglichen. Sie lizenziert private Radio- und Fernsehprogramme und übt die Aufsicht über Rundfunk, Telemedien, Medienplattformen und Benutzeroberflächen aus. Zudem ist sie zuständig für den Schutz der Jugend und der Menschenwürde und engagiert sich im Kampf gegen Hass, Hetze und Desinformation. Außerdem widmet sich die Medienanstalt der Vermittlung von Medienbildung sowie der Förderung von Medienkompetenz in allen Altersgruppen und betreibt hierzu Medienbildungszentren an den Standorten Kassel und Offenbach am Main. Sie unterstützt nichtkommerzielle Lokalradios und setzt sich aktiv für den Medienstandort Hessen ein.